Algorithmus
Die Rechenregel, nach der eine Plattform entscheidet, wem sie deinen Beitrag überhaupt zeigt. Sie beobachtet, was Menschen tatsächlich anschauen und lange lesen, und zeigt ihnen mehr davon. Niemand außerhalb der Unternehmen kennt sie genau, und sie ändert sich ständig.
Brauchst du das? Verstehen ja, hinterherlaufen nein. Es genügt zu wissen: Was Menschen zu Ende schauen, wird weiterverteilt. Alles andere ist Kaffeesatz.
Bio
Die kurze Selbstbeschreibung ganz oben in deinem Profil, meist zwei bis vier Zeilen. Sie ist die einzige Stelle, die wirklich jede Besucherin liest, bevor sie entscheidet, ob sie bleibt. Dort gehört hin, was du für wen tust und wie man dich erreicht — nicht dein Lebensmotto.
Brauchst du das? Ja. Das ist die eine Stelle, an der sich zwanzig Minuten Arbeit sofort auszahlen.
Drei Tipps für deine Bio — mit Vorlage zum Ausfüllen
Call-to-Action
Wörtlich „Aufruf zum Handeln": der Satz am Ende eines Beitrags, der sagt, was die Leserin jetzt tun soll. „Schreib mir, wenn du das durchrechnen willst" ist einer. Ohne ihn passiert meistens nichts, weil niemand von sich aus annimmt, dass er gemeint ist.
Brauchst du das? Ja, aber nicht unter jedem Beitrag. Wenn in jedem zweiten Satz eine Aufforderung steht, wirkt es wie Verkauf und wird überlesen.
Carousel
Ein Beitrag aus mehreren Bildern, durch die man seitlich wischt — auf Deutsch auch Karussell genannt. Bis zu zwanzig Bilder oder Textkarten gehören zu einem einzigen Beitrag. Das Format eignet sich für alles, was in Schritten erklärt wird.
Brauchst du das? Gut geeignet, wenn du erklärst und nicht vor die Kamera willst. Der Aufwand ist höher als bei einem Foto, weil du jede Karte einzeln gestalten musst.
Content
Das englische Wort für Inhalt, benutzt als Sammelbegriff für alles, was du veröffentlichst: Texte, Bilder, Videos, Tonaufnahmen. Es sagt nichts über die Qualität aus, sondern nur, dass etwas da ist.
Brauchst du das? Das Wort brauchst du nicht, die Sache schon. Wenn jemand von „Content" spricht und nicht sagt, worum es geht, ist Nachfragen berechtigt.
Contentplan
Eine schlichte Übersicht, was wann erscheint — meistens für vier Wochen im Voraus. In der einfachsten Form eine Tabelle mit Datum, Thema und Format. Der Sinn ist nicht Ordnung, sondern dass du abends nicht mehr überlegen musst, was du posten könntest.
Brauchst du das? Ja. Das ist der Unterschied zwischen einem Kanal, der ein Jahr läuft, und einem, der im dritten Monat aufhört.
Ein vollständiger Beispielmonat zum Abschreiben
Creator
Jemand, der beruflich Inhalte für Plattformen herstellt und davon lebt — früher hieß das Influencerin. Der Begriff wird inzwischen für alle benutzt, die regelmäßig etwas veröffentlichen.
Brauchst du das? Nein. Du bist Unternehmerin, die sichtbar ist, nicht Creatorin. Der Unterschied ist wichtig: Du verkaufst deine Arbeit, nicht deine Reichweite.
Direktnachricht
Die private Nachricht innerhalb einer Plattform, meist abgekürzt als DM (von englisch „direct message"). Sie ist für alle außer euch beiden unsichtbar. Die meisten ernsthaften Anfragen kommen dort an und nicht in den Kommentaren.
Brauchst du das? Ja — vor allem musst du dort regelmäßig nachsehen. Anfragen, die drei Wochen liegen bleiben, sind verlorene Aufträge.
Warum die besten Gespräche nicht mehr im Feed laufen
Engagement
Alles, was jemand mit deinem Beitrag tut, statt ihn nur anzusehen: gefällt mir, Kommentar, Speichern, Weiterschicken. Plattformen werten das als Zeichen, dass ein Beitrag etwas taugt, und zeigen ihn dann mehr Menschen.
Brauchst du das? Als Zahl nicht. Als Beobachtung schon: Ein Beitrag, den Menschen weiterschicken, hat dich verstanden — einer mit vielen Likes nur gefallen.
Feed
Die endlose Liste an Beiträgen, die du siehst, wenn du eine App öffnest. Sie ist bei jedem Menschen anders zusammengestellt. Dass jemand dir folgt, heißt deshalb nicht, dass er deine Beiträge zu sehen bekommt.
Brauchst du das? Zu wissen, dass es ihn gibt, ja. Es erklärt, warum eine Bekannte deinen Beitrag nie gesehen hat, obwohl sie dir folgt.
Follower
Menschen, die auf „folgen" geklickt haben und deine Beiträge deshalb eher angezeigt bekommen. Die Zahl steht sichtbar in deinem Profil und wird deswegen für wichtiger gehalten, als sie ist. Sie sagt nichts darüber, wie viele davon bei dir kaufen würden.
Brauchst du das? Die Menschen ja, die Zahl nein. Vierhundert, die dein Angebot brauchen, sind mehr wert als zwölftausend, die zufällig danebenstehen.
Wie viele Follower brauche ich für Kundinnen?
Handle
Dein Name innerhalb der Plattform, der mit einem @ beginnt — zum Beispiel @femaera. Er ist deine Adresse dort: eindeutig, nur einmal vergeben und Teil des Links zu deinem Profil. Er darf sich vom angezeigten Namen unterscheiden.
Brauchst du das? Ja, und zwar auf allen Plattformen denselben, auch auf denen, die du gar nicht bespielst. Ein einheitlicher Name ist später kaum noch zu bekommen.
Hashtag
Ein Wort mit einem Doppelkreuz davor, zum Beispiel #buchhaltung. Es hängt den Beitrag an eine Sammlung aller Beiträge mit demselben Wort, in der Menschen stöbern können. Früher war das der wichtigste Weg, gefunden zu werden.
Brauchst du das? Kaum noch. Drei bis fünf treffende Wörter schaden nicht, dreißig sehen nach Verzweiflung aus. Der Text selbst wird heute stärker ausgewertet als die Hashtags.
Hook
Der erste Satz oder die erste Sekunde eines Beitrags — das, was darüber entscheidet, ob jemand weiterschaut oder weiterwischt. Auf Deutsch der Aufhänger. Eine gute Hook benennt das Problem der Leserin, statt dich vorzustellen.
Brauchst du das? Ja, und es ist der Teil, an dem sich am meisten ändern lässt. „Hallo, ich bin Hannah" ist keine — „Deine Bio kostet dich Kundinnen" schon.
Impressionen
Wie oft dein Beitrag angezeigt wurde, Mehrfachanzeigen bei derselben Person mitgezählt. Die verwandte Zahl „Reichweite" zählt dagegen die Personen. Deshalb ist die Impressionenzahl immer höher, und deshalb steht sie in Angeboten gern vorn.
Brauchst du das? Nein. Wenn du dir eine Zahl ansiehst, dann Profilaufrufe — die zeigen, wer wirklich wissen wollte, wer du bist.
Insights
Der Statistikbereich in deinem Profil, in dem die Plattform ihre eigenen Zahlen zeigt: Aufrufe, Reichweite, Profilbesuche, manchmal Alter und Wohnort der Zuschauerinnen. Zu finden über das Menü in deinem Profil, meist unter „Statistiken" oder „Professional Dashboard". Sichtbar nur für dich.
Brauchst du das? Einmal im Monat hineinsehen genügt. Täglich schauen macht nervös und ändert nichts.
KPI
Abkürzung für „Key Performance Indicator", also die eine oder zwei Zahlen, an denen man ablesen will, ob etwas funktioniert. In Agenturangeboten steht das Wort oft, ohne dass jemand sagt, welche Zahl gemeint ist.
Brauchst du das? Das Wort nicht. Die Frage dahinter schon — und für ein Ein-Frau-Geschäft lautet die brauchbarste Antwort: Wie viele echte Anfragen kamen diesen Monat?
Personal Branding
Der Aufbau eines Rufs um deine Person statt um deine Firma: Menschen sollen dich kennen, nicht ein Logo. Dazu gehört, wofür du stehst, wie du auftrittst und was man von dir erwarten kann. Es ist keine Verkleidung, sondern eine Entscheidung, welchen Teil von dir du zeigst.
Brauchst du das? Wenn du selbst die Dienstleistung bist — Beratung, Therapie, Handwerk, Coaching — ja. Bei einem austauschbaren Produkt ist die Marke wichtiger als du.
Personal Branding als Angebot
Positionierung
Die Festlegung, was du für wen tust und was du bewusst nicht tust. Sie beantwortet die Frage, warum jemand dich nehmen sollte und nicht die drei anderen im Ort. Ohne sie wirkt jeder Beitrag beliebig, weil er niemanden bestimmten anspricht.
Brauchst du das? Ja, und zwar zuerst. Wer sie überspringt, produziert Monate an sich vorbei — das ist der häufigste teure Fehler.
Warum weiß niemand von dir? — sechs Gründe
Reel
Ein kurzes Hochkant-Video auf Instagram oder Facebook, meist zwischen fünfzehn und neunzig Sekunden lang. Die Plattformen zeigen Reels auch Menschen, die dir nicht folgen — deshalb ist es derzeit der schnellste Weg zu neuen Zuschauerinnen. Aufgenommen wird es mit dem Telefon, hochkant gehalten.
Brauchst du das? Wenn du neue Menschen erreichen willst: ja. Ein Reel pro Woche reicht, drei schlechte sind schlechter als eines, das du zu Ende gedacht hast.
Welches Videoformat zu dir passt
Reichweite
Die Anzahl der Personen, die deinen Beitrag gesehen haben — jede Person zählt einmal, egal wie oft sie ihn angezeigt bekam. Sie ist meist deutlich kleiner als die Zahl deiner Follower, und das ist normal.
Brauchst du das? Als Richtwert ja. Aber Reichweite ist kein Umsatz: Fünfhundert Menschen, die dich brauchen, bringen mehr als zehntausend, die weiterwischen.
Was die Zahlen wirklich bedeuten
SEO
Abkürzung für „Suchmaschinenoptimierung": alles, was dafür sorgt, dass deine Webseite bei Google gefunden wird. Social Media und SEO sind zwei getrennte Dinge — Likes verbessern dein Google-Ergebnis nicht.
Brauchst du das? Für die eigene Webseite ja, für deine Beiträge nicht. Es gibt allerdings indirekte Wege, auf denen das eine dem anderen hilft.
Hat Social Media Auswirkungen auf mein SEO?
Story
Ein Bild oder kurzes Video, das nach 24 Stunden von selbst verschwindet und nicht in deinem Profil stehen bleibt. Stories laufen oben in der App als Kreise. Weil sie vergänglich sind, dürfen sie beiläufig sein: der Weg zum Termin, ein halbfertiges Ergebnis, eine kurze Antwort auf eine Frage.
Brauchst du das? Sie sind der leichteste Einstieg, weil nichts davon bleibt. Für viele ist es der Ort, an dem die Scheu vor der Kamera abgebaut wird.
Talking Head
Ein Video, in dem ein Mensch in die Kamera spricht — mehr ist es nicht. Der Ausschnitt zeigt Kopf und Schultern, deshalb der Name. Es ist das älteste Videoformat überhaupt und funktioniert, weil man einem Gesicht beim Nachdenken zusehen kann.
Brauchst du das? Wenn du erklärst, was du kannst: ja. Vier Dinge entscheiden über die Wirkung, und drei davon haben mit Technik nichts zu tun.
Talking Head: Was das ist und wie du eines drehst
Thumbnail
Das Vorschaubild eines Videos — also das Standbild, das man sieht, bevor man es startet. Du kannst dafür einen Moment aus dem Video wählen oder ein eigenes Bild hochladen. In deinem Profil bilden diese Vorschaubilder die Kacheln, die eine Besucherin zuerst sieht.
Brauchst du das? Kurz darauf achten lohnt sich. Ein Standbild mit halb geschlossenen Augen kostet mehr Zuschauerinnen als eine mittelmäßige erste Sekunde.
UGC
Abkürzung für „User Generated Content", auf Deutsch: Inhalte, die nicht du gemacht hast, sondern deine Kundinnen — ein Foto vom gekauften Stück, ein Video mit deinem Produkt, eine Bewertung. Inzwischen bezeichnet das Wort auch bezahlte Aufnahmen, die absichtlich aussehen, als hätte sie eine Kundin gedreht.
Brauchst du das? Für eine Dienstleistung selten. Es lohnt sich dort, wo Menschen etwas in der Hand halten, das sie herzeigen können.
Untertitel
Der eingeblendete Text, der mitläuft, während jemand spricht — im Englischen Captions. Die meisten Menschen sehen Videos ohne Ton, unterwegs oder abends neben jemandem. Ohne Untertitel wird dein Video also gar nicht verstanden, sondern nur weitergewischt.
Brauchst du das? Ja, immer. Die Apps erzeugen sie inzwischen automatisch; nachlesen musst du trotzdem, weil Fachwörter und Namen regelmäßig falsch geschrieben werden.
Yapping
Ein Video, in dem du einfach drauflosredest — ohne Drehbuch, ohne Schnitt, oft nebenbei aufgenommen. Das Wort heißt wörtlich „quasseln" und war ursprünglich spöttisch gemeint. Es funktioniert, weil es echt klingt und niemand mehr an geschliffene Werbung glaubt.
Brauchst du das? Es ist das Format mit dem geringsten Aufwand und kommt Frauen ab vierzig entgegen, weil es keine Perfektion verlangt. Sechs Regeln machen den Unterschied zwischen beiläufig und beliebig.
Yapping — einfach reden, und es funktioniert