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Diagnose

Warum weiß niemand von dir?

Du bist gut in dem, was du tust. Trotzdem passiert seit Monaten nichts. Sechs Gründe, die ich fast immer finde — und keiner davon heißt: zu wenig gepostet.

Diagnose3 Minuten

Es gibt einen Satz, der mir häufiger begegnet als jeder andere: „Ich mache das jetzt seit einem halben Jahr und es kommt nichts.“

Meistens stimmt beides. Es wird gearbeitet, und es kommt nichts. Der Grund ist selten die Menge.

Können ist kein Vertriebsweg. Dass du deinen Beruf beherrschst, spricht sich nicht von selbst herum — das tat es früher über Kollegen, Empfehlungen und einen Arbeitgeber, dessen Namen die Leute kannten. Dieser Apparat ist weg. Was bleibt, musst du selbst bauen.

Wenn ich mir ein Profil ansehe, das nichts bringt, finde ich fast immer einen dieser sechs Gründe.

1. Es steht nicht da, was du für wen tust

Im Profil steht dein Name, ein Beruf und ein Wort wie „Leidenschaft“. Was fehlt, ist der Satz, der einer Fremden in fünf Sekunden sagt, ob sie richtig ist.

Nicht: „Physiotherapeutin | Bewegung ist Leben“. Sondern: „Ich helfe Frauen ab vierzig, die den ganzen Tag sitzen, ihre Rückenschmerzen loszuwerden.“

Der zweite Satz ist unbequemer, weil er ausschließt. Genau deshalb funktioniert er.

2. Du schreibst über dein Angebot, nicht über ihr Problem

Deine Beiträge handeln von deiner Methode, deiner Ausbildung, deinem Ablauf. Die Leserin sucht aber nicht nach einer Methode. Sie sucht nach ihrem Problem, in ihren Worten. Sie sagt nicht „faszientherapeutische Behandlung“, sie sagt „mein Nacken macht mich fertig, wenn ich abends vom Schreibtisch aufstehe“.

Wer das Problem beschreibt, wird gelesen. Wer die Lösung beschreibt, wird überblättert — auch wenn die Lösung besser ist.

3. Niemand kann dich finden, der dich noch nicht kennt

Dein Profil erreicht dein Umfeld. Das ist der Kreis, der ohnehin weiß, was du machst. Was fehlt, sind die Wege für Fremde: eine Website, die bei der Suche auftaucht, ein Eintrag bei Google mit Ort und Öffnungszeiten, Beiträge, die Suchbegriffe im Text tragen statt nur im Bild.

Reichweite ohne Auffindbarkeit ist ein Gespräch unter Bekannten.

4. Es gibt keine Stelle, an der man dich anfassen kann

Kein Kontaktweg, kein Termin, kein Formular. Oder alles vorhanden, aber drei Klicks entfernt und in der Biografie nicht verlinkt.

Interesse hält ungefähr zehn Sekunden. Wenn in diesen zehn Sekunden nicht klar ist, was der nächste Schritt ist, gibt es keinen.

5. Du bist unregelmäßig da

Drei Wochen jeden Tag, dann sechs Wochen nichts, dann wieder eine Woche. Für die Netzwerke ist das ein Neustart, für Menschen ein Zufallsfund.

Einmal pro Woche über ein Jahr schlägt jeden Sprint. Nicht weil Fleiß belohnt wird, sondern weil Vertrauen aus Wiederholung entsteht.

6. Du bist am falschen Ort

Du machst Instagram, weil alle Instagram machen. Deine Kundinnen sind sechzig und in einer Facebook-Gruppe. Oder du willst Firmen erreichen und veröffentlichst alles außer auf LinkedIn.

Ein Kanal, an dem richtigen Ort, schlägt drei Kanäle nebenher. Welcher das ist, lässt sich mit drei Fragen klären: Instagram, LinkedIn oder Facebook?

Die unbequeme Zusammenfassung

Keiner dieser Gründe lautet „du postest zu wenig“. Fünf von sechs sind Entscheidungen, keine Fleißaufgaben — und jede einzelne davon lässt sich an einem Nachmittag treffen.

Deshalb ist es auch so ärgerlich, wenn jemand mit zwanzig Jahren Erfahrung neben jemandem untergeht, der weniger kann, aber lauter ist. Das ist kein Qualitäts-, sondern ein Verteilungsproblem.

Lass uns das gemeinsam ändern

Im Erstgespräch sehe ich mir an, was du hast, und sage dir, welcher der sechs Punkte bei dir der teuerste ist. Dreißig Minuten, kostenlos, kein Verkaufsgespräch. Wenn du danach allein weitermachen willst, ist das ein gutes Ergebnis.

Ein Wort nicht verstanden? Im Glossar stehen Reel, Hook, UGC und der Rest in normaler Sprache.