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Rhythmus

Wie oft muss ich posten?

Die häufigste Frage — und die mit der schlechtesten Antwort im Netz. „Jeden Tag" ist der Rat, an dem fast alle scheitern. Was stattdessen zählt, ist unspektakulärer.

Rhythmus3 Minuten

Wenn ich raten müsste, welche Frage im Erstgespräch am häufigsten kommt, wäre es diese. Meistens klingt sie so: „Ich habe gelesen, man muss jeden Tag posten. Das schaffe ich nicht.“

Der zweite Satz stimmt. Der erste nicht.

Woher der Rat kommt

„Täglich posten“ stammt von Menschen, für die Social Media der Beruf ist. Von Creatorinnen mit Schnittteam, von Agenturen, die zwanzig Kanäle gleichzeitig bespielen, von Leuten, deren einziges Produkt ihre Reichweite ist.

Für ein Geschäft, in dem du daneben noch die eigentliche Arbeit machst — Kundinnen, Angebote, Buchhaltung, das Telefon —, ist dieser Rat kein Ratschlag. Er ist eine zweite Vollzeitstelle.

Und er scheitert vorhersehbar: drei Wochen jeden Tag, dann Erschöpfung, dann zwei Monate Stille. Am Ende steht ein Kanal, der schlechter dasteht als vorher, und die Überzeugung, dass „das mit Social Media“ nichts für dich ist.

Die Zahl, die ich empfehle

Einmal pro Woche. Zwölf Monate lang.

Das klingt nach wenig. Rechne es aus: Ein Beitrag pro Woche sind zweiundfünfzig Beiträge im Jahr. Ein dreißigtägiger Sprint mit anschließender Funkstille sind dreißig — und ein Kanal, dem man ansieht, dass jemand aufgegeben hat.

Zweiundfünfzig schlägt dreißig. Nicht weil Fleiß belohnt wird, sondern weil Vertrauen nur aus Wiederholung entsteht. Niemand bucht bei jemandem, von dem sie einmal etwas Kluges gelesen hat. Sie bucht bei jemandem, von dem sie seit einem halben Jahr immer wieder etwas Kluges liest.

Der Trick: nicht wöchentlich arbeiten, wöchentlich veröffentlichen

Das ist der Punkt, an dem die meisten die Rechnung falsch aufmachen. Einmal pro Woche zu veröffentlichen heißt nicht, einmal pro Woche zu produzieren.

Setz dich einen Nachmittag im Monat hin und mach vier Beiträge auf einmal. Ein Thema, vier Blickwinkel. Danach ist der Monat erledigt, und du musst nicht jeden Montag von vorn anfangen — was ohnehin der teuerste Teil ist, nicht das Schreiben selbst.

Vier Stunden im Monat. Das ist die ehrliche Größenordnung. Wie so ein Monat inhaltlich aussieht, steht in Was poste ich? — vier Sorten Beiträge, ein Beispielmonat zum Abschreiben.

Wenn du mehr willst

Zwei bis drei Beiträge pro Woche sind der nächste sinnvolle Schritt, und mehr brauchst du auf absehbare Zeit nicht. Ein betreuter Kanal liegt in dieser Größenordnung: rund zehn Beiträge und zwei bis fünf Videos im Monat. Das ist kein Zufallswert, sondern das, was sich mit ordentlicher Qualität überhaupt herstellen lässt.

Alles darüber geht auf Kosten des Inhalts. Und ein Kanal mit täglich Belanglosem verkauft schlechter als einer mit wöchentlich etwas Brauchbarem.

Was nicht als Beitrag zählt

Eine Story ist kein Beitrag. Ein Kommentar unter einem fremden Profil auch nicht. Beides ist nützlich, beides hält den Kanal warm — aber nichts davon bleibt stehen. Wenn jemand in vier Monaten auf dein Profil kommt, sieht sie nur, was du veröffentlicht hast, nicht, wie fleißig du dazwischen warst.

Die unbequeme Antwort

In den allermeisten Fällen ist „wie oft“ gar nicht das Problem. Ich sehe regelmäßig Profile mit dreihundert Beiträgen und null Anfragen. Da hilft kein Beitrag mehr, sondern eine andere Frage: Warum weiß niemand von dir?

Erst wenn das geklärt ist, lohnt sich Frequenz. Vorher vervielfältigst du nur, was ohnehin nicht wirkt.

Wenn du wissen willst, was bei dir dran ist

Im Erstgespräch sehe ich mir deinen Kanal an und sage dir, ob dein Problem wirklich die Frequenz ist — oder etwas, das sich mit mehr Beiträgen nur teurer wiederholt. Dreißig Minuten, kostenlos.

Ein Wort nicht verstanden? Im Glossar stehen Reel, Hook, UGC und der Rest in normaler Sprache.