Wer nach Preisen für Social-Media-Betreuung sucht, findet vor allem einen Satz: „auf Anfrage“. Das hat einen Grund, und der ist selten ein guter. Wer den Preis erst nach dem Gespräch nennt, will ihn an deinem Gesicht ausrichten.
Deshalb hier die Zahlen, offen, mit den vier Wegen, die es tatsächlich gibt.
1. Selbst machen — null Euro, die keine sind
Der Weg kostet kein Geld, aber Zeit: Für einen Kanal, der wirklich läuft, solltest du mit sechs bis zehn Stunden im Monat rechnen. Planung, Texte, Grafiken, Videoschnitt, Veröffentlichung, dazwischen die Frage, worüber du diesmal schreiben sollst.
Rechne einmal ehrlich: Was ist deine eigene Stunde wert? Bei einem Stundensatz von achtzig Euro sind zehn Stunden im Monat achthundert Euro — nur eben in Stunden bezahlt, die du nicht abrechnest.
Das heißt nicht, dass Selbermachen falsch ist. Am Anfang ist es sogar richtig: Du lernst dabei, wie deine Kundinnen reagieren. Es heißt nur, dass es nicht kostenlos ist.
2. Die Nichte, die sich auskennt — 300 bis 600 Euro
Der beliebteste Weg, und der mit der höchsten Abbruchquote. Jemand aus dem Umfeld kennt die Technik, macht das nebenher, und für ein paar Wochen sieht der Kanal besser aus.
Was fehlt, ist nicht das Können. Es ist die Verbindlichkeit: kein Vertrag, keine feste Zeit, keine Verantwortung für ein Ergebnis. Nach drei Wochen kommt die Klausurenphase, und dein Kanal steht wieder still. Für dreihundert Euro bekommst du Bedienung, keine Strategie.
3. Freiberufliche Betreuung — 700 bis 2.500 Euro im Monat
Eine Person, die davon lebt, mit Vertrag und fester Laufzeit. Realistisch sind sechzig bis hundert Euro pro Stunde; was du bekommst, hängt davon ab, wie viele Stunden das Paket enthält und ob Videoproduktion vor Ort dabei ist.
Bei mir sind es 799 Euro für Grafiken, Texte und Auswertung ohne Drehtag, 1.549 Euro mit halbem Drehtag bei dir und 2.299 Euro mit ganzem Drehtag und Community-Management. Dazu einmalig 690 Euro für das Fundament — Strategie, Profile, Themenplan. Alle Beträge netto; einschließlich neunzehn Prozent Umsatzsteuer sind das 950,81 bis 2.735,81 Euro im Monat und 821,10 Euro für den Start. Was in welchem Paket steckt, steht auf der Angebotsseite.
Ein Setup zu Beginn ist branchenüblich und liegt meist zwischen fünfhundert und zweitausend Euro. Es fällt einmal an, nicht bei jeder Verlängerung.
4. Agentur — ab 2.000 Euro, meist mehr
Agenturen rechnen in Teams: Beratung, Konzept, Grafik, Redaktion. Unter zweitausend Euro im Monat wird es selten, nach oben ist offen, und das Setup kommt gesondert dazu.
Für ein Solo-Geschäft ist das fast immer zu groß gedacht. Nicht wegen der Qualität — wegen des Ansatzes: Agenturen denken in Kampagnen und Budgets. Du brauchst keine Kampagne. Du brauchst jemanden, der klingt wie du.
Ab wann es sich rechnet
Die Rechnung ist einfacher, als sie aussieht. Frag nicht: „Kann ich mir 799 Euro leisten?“ Frag: „Was ist eine neue Kundin bei mir wert, und wie viele brauche ich, damit sich das trägt?“
Bei einem Angebot für 1.500 Euro trägt sich das Basic-Paket ab der ersten Kundin. Bei einem Angebot für 90 Euro brauchst du zehn — und dann ist die ehrliche Antwort möglicherweise, dass du zuerst über deine Preise reden solltest, nicht über Social Media.
Wann du das Geld nicht ausgeben solltest
Wenn du noch nicht weißt, was du anbietest und für wen. Betreuung verstärkt, was da ist; ist nichts da, verstärkt sie nichts. Dann ist eine einzelne Sitzung, in der die Positionierung geklärt wird, das bessere Geld.
Ich sage das auch im Gespräch, wenn es zutrifft. Lieber ein ehrliches Nein als drei unzufriedene Monate.
Was dich das Gespräch kostet
Nichts. Im Erstgespräch rechne ich dir vor, welcher der vier Wege bei deiner Größenordnung aufgeht — auch wenn es am Ende nicht meiner ist.