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Die Altersfrage

Bin ich zu alt für Social Media?

Die Frage kommt fast immer im selben Tonfall — halb im Scherz, damit sie nicht so ernst klingt. Die Zahlen beantworten sie eindeutig. Nur meint die Frage meistens etwas anderes.

Die Altersfrage3 Minuten

„Ich bin zweiundfünfzig. Ist das nicht ein bisschen albern?“

Der Satz kommt fast immer halb im Scherz — damit er nicht so ernst klingt, wie er gemeint ist. Und er ist die einzige Frage, auf die ich eine Antwort in Zahlen habe.

Was die Zahlen sagen

Nach der ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen dreiundsechzig Prozent der Menschen ab vierzehn Jahren in Deutschland soziale Netzwerke mindestens wöchentlich — rund vierundvierzig Millionen. Der entscheidende Teil ist aber nicht die Gesamtzahl.

Es ist die Richtung: Das Wachstum kommt inzwischen aus der Gruppe der Fünfzig- bis Neunundsechzigjährigen. Bei den Vierzehn- bis Neunundzwanzigjährigen ist die Kurve flach — dort sind längst alle, die dort sein wollen.

Die Bühne, von der du denkst, sie sei für Zwanzigjährige gebaut, füllt sich gerade mit Menschen in deinem Alter. Deine Kundinnen sind schon da. Du bist die, die noch fehlt.

Nur ist Alter selten das, was gemeint ist

Wenn ich nachfrage, steckt hinter der Frage fast nie eine Jahreszahl, sondern eines von drei Dingen.

„Ich kann die Technik nicht.“ Das ist die harmloseste Variante und gleichzeitig die falscheste. Ein Beitrag zu erstellen ist an einem Nachmittag gelernt, und es gibt kaum jemanden, der das nicht lernt. Technik ist nie der Engpass. Sie ist nur die Ausrede, die sich am wenigsten peinlich anfühlt.

„Was, wenn meine früheren Kolleginnen das sehen?“ Das ist die eigentliche Frage, und sie hat mit Alter nichts zu tun. Die Angst gilt nicht Fremden — vor Fremden ist es leicht. Sie gilt den Leuten, die dich in deiner alten Rolle kennen: Nachbarn, ehemalige Kollegen, der frühere Chef. Dazu steht mehr in Es wird Tage geben, an denen du zweifelst.

„Ich will mich nicht in den Vordergrund stellen.“ Eine Generation, die mit „Eigenlob stinkt” aufgewachsen ist, soll jetzt Beiträge über sich selbst schreiben. Dass sich das falsch anfühlt, ist keine Charakterschwäche, sondern Erziehung. Es lässt sich umgehen — es gibt Formate, die ohne dein Gesicht auskommen, und es gibt einen Unterschied zwischen sich darstellen und etwas zeigen, das jemandem hilft.

Der Vorteil, den du übersiehst

Genau weil sich so wenige Frauen über fünfundvierzig zeigen, fällt jede auf, die es tut.

Wer mit fünfzig anfängt, bringt etwas mit, das sich nicht nachholen lässt: zwanzig, fünfundzwanzig Jahre in einem Fach. Das ist kein Hindernis, das ist der Inhalt. Der Markt ist voll von Menschen, die etwas erklären, was sie im letzten Jahr gelernt haben. Du erklärst etwas, das du seit zwanzig Jahren tust.

Was ich in betreuten Kanälen sehe: Dieser Unterschied ist lesbar. Ein Rat, der aus Erfahrung kommt, klingt anders als einer, der aus einem Kurs kommt — und er wird weitergegeben statt überscrollt.

Was ich dazu nicht behaupte

Ich behaupte nicht, zu wissen, wie sich diese Frage von innen anfühlt. Ich kann nur sagen, was ich von außen sehe, in Kanälen, die ich betreue und aufbaue.

Und was ich dort sehe, ist ziemlich eindeutig: Die Frauen, die anfangen, sind nach sechs Monaten nicht die Ausnahme. Sie sind die, die etwas zu sagen hatten und irgendwann aufgehört haben zu fragen, ob sie dürfen.

Die bessere Frage

Statt „Bin ich zu alt dafür?“ stell dir diese: Gibt es eine Frau in meinem Alter, die genau mein Problem hat — und der dieser Beitrag helfen würde?

Wenn ja, ist die Altersfrage beantwortet. Dann geht es nur noch ums Handwerk, und Handwerk ist lernbar.

Wenn du es ausprobieren willst

Im Erstgespräch reden wir dreißig Minuten darüber, was du anzubieten hast und wo es sichtbar werden müsste. Kostenlos, unverbindlich, kein Nachfassen. Und wenn ich der Meinung bin, dass Social Media für dein Geschäft gerade nicht der richtige Hebel ist, sage ich das auch.

Ein Wort nicht verstanden? Im Glossar stehen Reel, Hook, UGC und der Rest in normaler Sprache.